
Versicherungen und Vorsorge
Vorsorge für Selbstständige: BVG und Säule 3a
Selbstständige sind nicht verpflichtet, sich der 2. Säule anzuschliessen. Daher besteht das Risiko, dass keine passende berufliche Vorsorge vorhanden ist.
Warum die Vorsorge für Selbstständige entscheidend ist
Selbstständige sind nicht verpflichtet, sich der 2. Säule anzuschliessen. Sie laufen daher Gefahr, keine passende berufliche Vorsorge zu haben.
Gemäss einem Bericht des Bundesrates aus dem Jahr 2022 greifen ehemalige Selbstständige häufiger auf Ergänzungsleistungen (EL) zurück als ehemalige Angestellte.
Ohne gezieltes Sparen reicht die alleinige AHV-Rente nicht aus, um den Lebensstandard zu halten. Es kann eine Vorsorgelücke entstehen, weshalb eine freiwillige Strategie wichtig ist.
Die 2. Säule (BVG) als fakultative Option für Selbstständige
Selbstständige ohne Angestellte können freiwillig einer Pensionskasse beitreten, entweder über einen Berufsverband oder über die Stiftung Auffangeinrichtung BVG.
Die Auffangeinrichtung deckt ausschliesslich die gesetzlichen Minimalleistungen; das versicherte Gehalt ist durch die UVG-Grenze begrenzt.
Berufsverbände bieten umfassendere Pläne an, mit erhöhten Invaliditätsleistungen und Todesfallleistungen sowie Optionen für Freizügigkeit und steuerliche Abzugsfähigkeit der Beiträge.
Die 3. Säule (3a) als Ersatz für die 2. Säule
Die Säule 3a ist ein gebundenes Sparen mit steuerlichen Anreizen. Die Beiträge sind vom steuerbaren Einkommen abziehbar; die Leistungen werden bei der Auszahlung besteuert.
Für Selbstständige ohne obligatorische 2. Säule übernimmt die Säule 3a die Funktion der zweiten Säule und hat eine besondere Bedeutung, so das Bundesamt für Sozialversicherungen.
Im Jahr 2026 beträgt der maximal abziehbare Betrag für einen Selbstständigen ohne BVG 20 % des AHV-Reineinkommens, begrenzt durch die gesetzliche Obergrenze.
BVG und Säule 3a kombinieren: Eine massgeschneiderte Strategie
Der Beitritt zur fakultativen BVG deckt die Risiken Invalidität und Tod ab, während die Säule 3a eine flexible Ergänzungssparmöglichkeit für das Alter bietet.
Die Kombination der beiden Säulen maximiert die Steuerabzüge und schliesst Vorsorgelücken, abhängig vom Einkommen, Alter und den persönlichen Zielen.
Regelmässiges Sparen ab Beginn der selbstständigen Erwerbstätigkeit ist essenziell. Eine persönliche Beratung durch einen Vorsorgespezialisten hilft, den Umfang der BVG-Deckung und den optimalen Betrag der Säule 3a zu wählen.
Fakultative BVG vs. Säule 3a: Vergleich der Vorteile
- Invaliditätsdeckung
- Ja (BVG) / Nein (3a)
- Todesfalldeckung
- Ja (BVG) / Nein (3a)
- Steuerliche Abzugsfähigkeit der Beiträge
- Ja (BVG und 3a)
- Flexibilität beim Sparen
- Gering (BVG) / Hoch (3a)
Schritte zur Erstellung einer umfassenden Vorsorgestrategie
- BVG-Deckungsbedarf prüfenKlären, ob ein Beitritt zur fakultativen BVG aufgrund des beruflichen Status sinnvoll ist
- Optimalen 3a-Betrag berechnenSparziel basierend auf 20 % des AHV-Reineinkommens festlegen, bis zur Obergrenze
- BVG-Institution oder 3a-Fonds wählenAngebote über Berufsverbände oder Versicherer wie Allianz, Groupama oder AXA vergleichen
- Regelmässiges Sparen startenDauerauftrag ab Beginn der selbstständigen Tätigkeit einrichten


